
Euro 2000 kann auf organisatorischer, sportlicher und wirtschaftlicher Ebene als ein voller Erfolg angesehen werden. Dieses Ereignis wird als erstes internationales Turnier diesen Umfangs, das von 2 Coorganisatoren veranstaltet wurde, in die Geschichte eingehen. Beide Länder konnten hieraus viele Vorteile ziehen, wie die Renovation verschiedener Stadien; es wurde sogar finanzieller Gewinn gemacht. Euro 2000 hat für die Organisationsländer 20 Millionen Nettogewinn erwirtschaftet! Die Hälfte für jedes Land. Beide Verbände haben sich dazu verpflichtet, dieses Geld in die Jugendausbildung zu investieren.
In Belgien hat das Direktionskomitee beschlossen, die Hälfte des Betrages in den Bau eines Nationalen Zentrums zu investieren. Nach einigen Jahren der Vorbereitung, vielen politischen Diskussionen und Unsicherheiten, wird das Zentrum im August 2006 bereit sein! Überraschender Weise ist Belgien eins der einzigen Länder, dass nicht über ein Nationales Fußballzentrum verfügt. Selbst Zypern und Malta haben ein Technisches Zentrum!
Warum hat es mehr als 4 Jahre gedauert, bevor das Projekt offiziell bekräftigt wurde? Einerseits gab es geteilte Meinungen innerhalb des KBFV über dieses Projekt, andererseits gab es, nachdem der Entschluss einmal gefasst war, viele Probleme auf dem Gebiet der Raumordnung, genauer gesagt mit der Änderung des Regionalplans, mit der Ausführung bestimmter Enteignungen (z.B. eine Gartenbauschule). Als diese Probleme aus der Bahn waren, begann eine neue wichtige Phase: die juristische Konstruktion!
Um regionale und provinziale Zuschüsse zu erhalten, musste eine gemischte GoE errichtet werden, die die Sportinfrastruktur verwalten soll. Verschiedene Übereinkünfte mussten geschlossen werden, um das Zentrum in Tubize gründen zu können. Diese Übereinkünfte verbinden die Provinz (Besitzer des Grunds), den KBFV und die gemischte GoE, eingerichtet zur Verwaltung der Infrastruktur. Eine erste Übereinkunft regelt das Zuverfügungstellen des Grunds, eine zweite betrifft die Verwaltung der Sportinfrastruktur, eine dritte den Teil des zur Beherbergung bestimmten Geländes, das Kongresszentrum und den Verwaltungskomplex und schließlich klärt eine letzte Übereinkunft, dass die Sportinfrastruktur auch der Jugend aus Wallonisch-Brabant zugute kommt.
Die Wallonische Regierung hat, dank Minister Daerden, noch einmal 3,7 Millionen EUR zu den 5 Millionen des Fußballverbandes beigesteuert. Die Provinz Wallonisch-Brabant schenkt 1,2 Millionen EUR. Die gesamte Investition beläuft sich also auf 10 Millionen EUR (ohne den Anteil für Beherbergung). Eine kräftige Summe, aber ehrlich gesehen der Umfang des Projektes.
Das Zentrum muss sicherlich über Sportplätze, Sportsäle und angepasste Umkleideräume verfügen, aber auch über ein Restaurant und ein Hotel für mindestens 2 Mannschaften und ihr technisches Personal. Der KBFV glaubte zu Beginn einfach einen Verwalter zu finden, aber das war nicht der Fall. Nach gründlicher Suche haben verschiedene Instanzen ihre Kandidatur eingereicht um in den Teil des Komplexes bestimmt für Hotel, Kongresszentrum und Verwaltungsgebäude Investitionen zu tätigen. Einige Investitionsmöglichkeiten wurden erörtert. Sollte für ein direktes Investitionsschema oder für ein anderes System, vergleichbar einem Leasing mit Privatpartnern, optiert werden, mit dem Bewusstsein, dass letztere Privatinvestition in das gesamte Projekt hätte integriert werden müssen? Schließlich fiel die Wahl auf eine direkte Investition und auf die Firma BRNO Investment NV. Investitions- und Verwaltungsübereinkünfte wurden zwischen den verschiedenen Parteien unterzeichnet. Der Immobilieninvestor hat schon Verträge mit u.a. einer internationalen Cateringgesellschaft, der Gruppe COMPASS, geschlossen.

So war es

So wird es (werden)
Dieses Zentrum wird sehr schnell ein "Must" werden für jeden, der sich für den belgischen Fußball interessiert. Neben den Trainingseinheiten der Roten Teufel werden auch regelmäßige Trainingseinheiten der anderen zehn Nationalmannschaften stattfinden. Den Statistiken dieser Saison zufolge werden hier 288 Aktivitäten unserer verschiedenen Mannschaften stattfinden. Und das ist nicht gerade nichts in einem/für ein Jahr! Und wir dürfen auch die Seminare und Versammlungen der Schiedsrichter und Trainer nicht vergessen so wie die Lehrgänge während der Schulferien, die vom Verband organisiert werden. Es geht in diesem Zusammenhang um ungefähr 100 Kinder pro Woche. Das Zentrum kann ebenfalls an Vereine vermietet werden! Das ist sicher interessant für Vereine und Sportvereinigungen, die nicht über einen überdeckten Platz verfügen. Zum Schluss dürfen wir auch nicht vergessen, dass die Übereinkunft zwischen der Provinz und der gemischten GoE es den Schulen in Wallonisch-Brabant ebenfalls erlaubt, von der Sportinfrastruktur (Plätze und Umkleideräume) Gebrauch zu machen, insofern sie gerade nicht besetzt ist.
Der Fußballverband hat sich zum Ziel gesetzt ein Nationales Technisches Zentrum aufzubauen um den belgischen Fußball auf allen Niveaus zu fördern, sowohl was die Basisschulung angeht, als auch die Ausbildung talentierter Spieler, und dies mittels permanenter Weiterbildung von Spielern, Trainern, Schiedsrichtern,… Um dieses Ziel zu erreichen, wurden verschiedene Aktivitäten bestimmt, wie z.B.:
- die Trainingseinheiten, Lehrgänge und andere Aktivitäten der nationalen A-Mannschaften, Jugend, Frauen und Hallenfußball;
- die Betreuung und Ausbildung von Eliteschietsrichtern;
- die Organisation von Seminaren, Kolloquien und Workshops. Auf nationalem Niveau die Kommunikation zwischen den verschiedenen Zielgruppen sichern(Vereine, Trainer, Experten in bestimmten Bereichen,…) und auf internationalem Niveau Lehrgänge und Workshops von der FIFA und der UEFA über Ausbildung von Jungendlichen, Schiedsrichtern oder anderen organisieren;
- die Ausbildung von Trainern wird gesichert sein, dank der Organisation von Unterrichten durch Animatoren und professionelle Trainer;
- die Verbesserung der Jugendausbildung durch Informationssitzungen, Trainingseinheiten, Vorführungen und Debatten über die Entwicklung des Jugendfußballs. Fußballehrgänge für die Jugend werden während der Schulferien organisiert. Ein Teil der Infrastruktur des Nationalen Technischen Zentrums wird dazu zur Verfügung stehen;
- ein interprofessionelles und interkulturelles Zentrum errichten, ausgehend von einer externen Mitteilung, die die Industrie, das Unterrichtswesen und andere überzeugen soll, dass Fußball die professionellen und kulturellen Verschiedenheiten überbrücken kann;
- die Sportethik fördern, indem Techniker des belgischen Fußballs als Vorbild dargestellt werden, um einen deutlichen Einsatz zu schaffen für die Deontologieregeln und die Sportethik;
- ein medizinisches Sprechzimmer aufzubauen mit der nötigen Ausrüstung für Aktivitäten des Nationalen Technischen Zentrums.
Das Projekt beinhaltet Sportinfrastruktur, Beherbergung, HORECA, Enstpannungsmöglichkeiten, Verwaltungsinfrastruktur und Tagungssäle. Der Ort wird hierzu in drei Teile unterteilt.
Der erste und der dritte Teil sind für die Sportinfrastruktur, beziehungsweise für die HORECA-Infrastruktur, Entspannungsmöglichkeiten, Verwaltung und Tagungssäle bestimmt.
- 5 bis 6 Fußballplätze unter freiem Himmel (wovon wahrscheinlich einer für Rugby gebraucht werden kann)
- 1 überdeckter Fußballplatz mit einer noch zu bestimmenden Länge von zwischen 65 und 72 Metern und einer Breite von 52 Metern
- 2 Volleyballfelder
- 1 Basketballplatz
- 2 bis 4 Tennisplätze
- 1 finnische Piste
- 2 Umkleideräume für die PRO + Cafeteria
- 1 Umkleideraum für Jugendmannschaften
- wahrscheinlich 1 Sporthalle
Das Hotel zählt drei Etagen mit 60 Zimmern, 2 Restaurants, Büros für Verwalter, Schwimmbad, Sauna, Hammam, Jakouzi, Geschäfte,… Die Infrastruktur beinhaltet auch einen Tagungssaal, ein Auditorium mit Übersetzerkabinen und verschieden Büros.
Das Nationale Zentrum in Tubize ist also ein viel versprechendes Projekt, dass, einmal fertig gestellt, viel Möglichkeiten für die Jugend, die Vereine und Vereinigungen in der Sportwelt bieten wird, und dies auf jeder Ebene. Die Zielsetzung ist auf lange Sicht die Ausbildung und die Steigerung der natürlichen Wettbewerbsfähigkeit im Vergleich mit den anderen Ländern zu unterstreichen.
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